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Der Gardasee
Der Garda oder Benàco ist der größte See Italiens. Er liegt 65 m ü. d. M., hat eine Oberfläche von 368 km2, einen Durchmesser von 125 km, ist 51,6 km lang und max. 17,5 km breit. An ihn grenzen die drei Regionen, Trient - Südtirol, Venetien und Lombardei mit den Provinzen Trient, Verona und Brescia.
An der Veroneser Uferseite erstreckt sich die Gebirgskette des Baldo (Valdritta 2.218 m), die sich Richtung Norden, im Trentino, mit den Bergen Altissimo di Nago und Stivo (2.059 m) fortsetzt; in Riva sieht man neben dem charakteristischen "Zahn", Dente del Brione die Rocchetta (1.521 m); ihnen schließen sich die Berge Palàer (1.079 m), Guìl (1.322 m) und Carone (1.621 m) an, weiter geht es dann mit dem Tremalzo (1.974 m) und Richtung innere Giudicarie dem Caplone (1.976 m). Im Süden des Bestone, der den Golf von Limone schließt, findet man die Berge Cas, Denervo (1.459 m), Castello di Gaino, Pizzocolo (1.582 m). Südlich von Maderno öffnet sich dann der See und die Landschaft wird im weiteren Verlauf immer lieblicher mit ihren Moränenhügeln im gesamten Gebiet der Valtenesi und der Umgebung von Desenzano und Sirmione.
Hauptzufluss des Sees ist der Sarca, dazu kommen noch der Brasa, der San Michele (oder Tignalga), der Toscolano und der Arìl, der als der kürzeste Fluss der Welt gilt. Der einzige Abfluss aus dem See ist der Mincio, der von Peschiera bis zum Po fließt.
Die größte Insel des Sees heißt Garda (früher auch "dei Frati", "Lechi" oder "Borghese"). Sie ist 1.100 m lang und 60 m breit; weitere kleinere Inseln sind San Biagio (oder "dei Conigli" - Kanincheninsel) gegenüber von Manerba sowie Trimelone in der Höhe von Brenzone.   

Bodengestalt
Die heutige Form des Gardasee-Beckens ist auf Bewegungen der Gletscher im Quartär zurückzuführen, die mehrfach in ein bereits bestehendes Tal (natürlichen Ursprungs oder ehemaliges Flussbett) abgegangen sind und so den See und seine Hänge geprägt haben.
Abgesehen vom Basaltgestein in der Nähe des Val di Sogno und auf dem Monte Baldo sind die den See umgebenden Berge auf Kalksteinablagerungen entstanden, deren Bildung auf die zweite Eiszeit oder das Tertiär zurückgeht. Zeugnis der Fauna in dieser Zeit geben diverse Fossilien wie Megalodon gumbelii, Vortenia solitaria, Ammoniten, Nummuliten aus dem Eozän, etc.
Die äußere Gestalt des Sees ergibt sich aus zwei Becken: ein ausgedehntes nord-westliches mit einer Tiefe von 346 m zwischen Gargnano und Magugnano di Brenzone und ein wesentlich weniger tiefes süd-östliches - das Becken von Peschiera - das seine max. Tiefe von 78 m in der Höhe von Bardolino hat.   

Klima
Das temperierte Klima, geprägt von trockener Wärme, unterscheidet den Gardasee von den restlichen voralpinen Seen, die mehr Luftfeuchtigkeit aufweisen und kälter sind. Erhebungen des Observatoriums "Pio Bettoni" in Salò in der Zeit von 1952 - 1976 ergaben folgende Daten:
- jährliche Durchschnittstemperatur: 13,3° C; Durchschnittstemperatur im Winter 4,1° C, im Frühjahr 12,8° C, im Sommer 22,6° C und im Herbst 13,6° C.
- 10 - 12 Frosttage im Jahr;
- durchschnittliche jährliche Luftfeuchtigkeit 71%;
- 2.050 Sonnenstunden pro Jahr;
- 1.180 mm jährlicher Niederschlag, vorwiegend im Frühjahr und Herbst; Schnee und dichter Nebel kommen am Ufer des Sees selten vor.
Diese außergewöhnlich vorteilhaften Bedingungen sind auf den Einfluss des Wassers zurückzuführen, das im Sommer an der Oberfläche bis zu 25° C erreichen kann, wohingegen es eine Durchschnittstemperatur in 50 m Tiefe von 13° C und in 100 m Tiefe von 8,5° C aufweist.

Flora und Fauna
Von den überspülten Gründen bis hin zu den höchsten Gipfeln weist die Flora um den Gardasee 2.800 - 3.000 verschiedene Arten auf, ca. 50% der in Italien vorkommenden Pflanzenarten. Dabei überwiegen Angiospermen (2.300 - 2.400), gefolgt von Moosen (200), Farnen (70 - 80) und am Schluss die Gimnospermen (20 - 30). Auch Algen, Pilze und Flechten sind stark vertreten.
Bei den höher entwickelten Pflanzen (Spermatophyten) überwiegen jene, die ein mildes Klima lieben (Mesothermophyten) und damit die mediterrane Atmosphäre schaffen (Eiche, Steineiche, Esche); etwas höher gelegen wachsen Schwarzbuche, Kastanie und Buche.
Zahlreich sind auch die Pflanzen, die nur örtlich begrenzt auftreten, wie z.B. Aquilegia einseleana, Aquilegia thalictrifolia, Geranium argenteum, Moheringia glaucovirens, Papaver rhaeticum, Saxifraga arachnoidea, Saxifraga tombeanensis, viola dubyana.
Bei den exotischen Pflanzen stechen jene ins Auge, die zu Genusszwecken (Oliven und Kapern) angebaut werden, dazu kommen die Zierpflanzen (Agaven, Kampfer, Palmen, Zedern) und schließlich diejenigen, die von ökonomischen Interesse sind (Maulbeerbaum, Zypresse, Pinie, Walnuss, Zitrusfrucht-Bäume, Lorbeer). Stark verbreitet ist auch das Röhricht.
Zu den am häufigsten vorkommenden Fischen zählen: Alborelle, Vairone, Schleie, Cavedane, Scardole, Aal und Hecht. Unzählig auch verschiedene Protozoen, Rotipheren und kleine Schalentiere. In den tiefen Gewässern tummeln sich die hochgeschätzten Fische wie: Felchen, Forelle, Sardellen und Renke. Auch unter den Tieren gibt es Arten, die nur örtlich begrenzt vorkommen wie verschiedene Insekten und Spinnen oder das Weichtier Cinguliphera cingulata gobanzi, typisch für das Valvestino sowie unter den Fischen der Felchen.


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